Hall
a) Der Nachhall, der durch die Schallreflexionen in einem Raum entsteht, löst in unserem Gehör den Eindruck der Raumgrösse und Beschaffenheit aus. Hall (engl. reverb, reverberation) wird in zwei Stufen, in die ersten Reflexionen (Early Reflections) und den diffuseren Nachhall unterteilt.
Das Zeit- und Laustärkeverhältnis der ersten Reflexionen vermitteln den Eindruck der Distanz der Schallquelle, der Nachhall erzeugt den Raumeindruck. Pop- und Rockproduktionen werden oft so trocken wie möglich (in gedämpften Studios) aufgenommen; der Hall wird erst bei der Abmischung beigemischt. Somit ist es wesentlich einfacher, aus einer grossen Anzahl von Spuren ein einheitlich klingendes Ganzes zu schaffen.
b) In einem Hallgerät: Die Bezeichnung für ein Reverb-Programm, das eine grosse Halle simuliert.

Hallgerät
Digitales Effektgerät, das einem Audiosignal einen wähl- oder programmierbaren Raumeindruck vermittelt.

Hallplatte
> Nachhallplatte.

Hallraum
Speziell konstruierter Raum, meist im Keller eines Aufnahmestudios zur Erzeugung natürlich wirkenden Raumklangs.
Das über Lautsprecher in den Raum eingebrachte Signal wird wieder mit einem oder zwei Mikrofonen abgenommen. Die Raumgrösse und somit der Nachhall kann mit verschiebbaren Trennwänden justiert werden. Heute aus Kostengründen und dank digitaler Geräte kaum mehr anzutreffen. Experimentierfreudige können jedoch Versuche in Lagerhallen, Waschküchen oder Badezimmern vornehmen.

Hallspirale
Billigste Möglichkeit, Hall auf mechanischem Weg zu erzeugen. Das Signal regt über eine Spule zwei unterschiedlich lange Metallspiralen zu Schwingungen an. Hallspiralen findet man ab und zu noch in Gitarren-Kofferverstärkern, doch sind sie enorm empfindlich gegen Erschütterungen, und die Hallqualität entspricht in keiner Weise mehr den heutigen Ansprüchen und Möglichkeiten.

Halteglied
Teil der Sample-and-Hold-Funktion in einem A/D-Wandler. Hold hält die Eingangsspannung für die Zeit konstant, die der Umsetzer benötigt, um daraus eine Zahl zu errechnen.

Hammond-Orgel
Die auf der von Laurens Hammond 1934 patentierten, elektromagnetischen Klangerzeugung basierende Orgel. Rotierende Profilscheiben bewirkten periodische Änderungen eines elektromagnetischen Feldes, das von einem Tonabmehmer aufgenommen wurde.
Eigentlich sollte sie ein Ersatz für die Pfeifenorgel werden und in den vielen Kirchen der USA zum Einsatz kommen. Doch ihr einzigartiger Sound machte sie bald zum populärsten Tasteninstrument neben dem Klavier. Die aufwendige elektro-mechanische Konstruktion, deren Sound nicht zuletzt durch technische Unzulänglichkeiten (nie gleichzeitig schliessende Relaisschalter) ihren speziellen Charakter (z. B. den typischen Tastenklick) erhielt, machte das Instrument schwer und unhandlich für Transporte.
Zusätzlicher Bestandteil des Hammond-Sounds ist der Leslie-Effekt (Rotoreffekt), der über in einem Spezialgehäuse rotierende Lautsprecher erzeugt wird. Die B3 (ab 1955) ist das berühmteste Hammond-Modell und kommt noch heute in unzähligen Studios, Konzertsälen und Kirchen (der USA) zum Einsatz.

Handshake
Begriff für das wechselseitige Austauschen von Daten zweier Geräte. Das (wörtlich) Händeschütteln garantiert durch dauerndes Kontrollieren von Prüfsummen und dem Übermitteln von Acknowledge-Meldungen, dass die Datenpakete unversehrt und vollständig angekommen sind. Wird in MIDI-Geräten vor allem bei der Übermittlung von SysEx-Daten verwendet.

Harddisk-Recording
Für das Aufzeichnen von Audiosignalen wird anstelle von Band eine (möglichst grosse) Festplatte benutzt. Dazu muss das Signal jedoch zuerst digitalisiert werden.
Harddisk-Recording hat gegenüber der Verwendung von Magnetband diverse Vorteile:
Der direkte Zugriff auf jede gewünschte Stelle in einer Komposition lässt durch das Erstellen reiner Zugriffsdaten (z. B. Playlist = Abspielliste) die Erstellung mehrerer Versionen und Variationen zu, ohne dass das Original zerstört bzw. unwiderruflich verändert werden muss (= non-destructive editing). Im weiteren kann das Signal auf der digitalen Ebene bearbeitet werden. Die anfallenden Datenmengen: Bei 44,1 kHz Sampling-Rate benötigt eine 16 Bit-Aufzeichnung etwas weniger als 10 MB pro Stereominute.
Moderne MIDI-Sequenzer (Logic Audio, Cubase VST) verfügen heute über Audiobereiche, die selbst die teuersten HD-Recording-Anlagen der 1980er Jahre in den Schatten stellen.

Hardware-Kopierschutz
> Kopierschutz.

Hardware-Sequenzer
Im Gegensatz zum heute üblichen Software-Sequenzer, der jedoch nur in Verbindung mit einem Computer verwendet werden kann, ist ein Hardware-Sequenzer ein eigenständiges Gerät mit einem unabhängigen Rechner in einem eigenen Gehäuse.

Harmonische
Teile des Obertonspektrums. Die Frequenzen der Harmonischen sind ein ganzzahliges Vielfaches des Grundtons (z. B. Grundton = 440 Hz, erste Harmonische = 440 x 2 = 880, zweite Harmonische = 440 x 3 = 1320 (entspricht einer Quinte über der ersten Harmonischen).

Harmonizer
Von der Firma Eventide geschützte Bezeichnung für ihren Pitch-Shifter, der heute jedoch allgemein für diesen Effekt verwendet wird.

Harmony-on-Chord
> Einfingerautomatik, > Begleitautomatik.

Header
Kopfzeile einer Datei, die über deren Name, Art und Grösse Aufschluss gibt.

Headphone
> Kopfhörer.

Heimstudiotechnik
> Homerecording.

Hertz
Frequenzeinheit. 1 Hertz (Hz; Benennung nach dem Rundfunkpionier Heinrich Hertz)) entspricht einer Vollschwingung (Schwingungsperiode) pro Sekunde. Unser Gehör hat (theoretisch) die Fähigkeit, Frequenzen von 20 Hz bis 20 kHz wahrzunehmen.
Diese Fähigkeit wird durch zunehmendes Alter, aber auch durch Überstrapazierung des Gehörs (arbeiten ohne Gehörschutz oder regelmässiger Besuch von Veranstaltungen mit lauter Musik) eingeschränkt.

Hex
= hexadezimal; Zahlensystem im Computerbereich, mit dem sich 8-Bit-Werte (0 bis 255) noch zweistellig darstellen lassen.
Im Gegensatz zum Dezimalsystem, das auf der Zahl 10 basiert, baut das Hex-System (Hex = Hexadezimal) auf der Zahl 16 auf.
Erstes Zeichen ist meist ein $-Zeichen (oder H). Beispiele: $7E = 126, $0F = 15. Umrechnung: erste Zahl nach dem $-Zeichen mal 16, plus die zweite Zahl, wobei A = 10, B = 11 usw. gilt. Hex-Zahlen müssen nur noch selten verwendet werden (Software rechnet automatisch um), sind jedoch noch oft in MIDI-Implementationen zu finden.

Hexadezimalsystem
> Hex

HF-Bereich
Der Hochfrequenzbereich liegt ausserhalb des menschlichen Gehörs, also oberhalb von 20 kHz.

HiFi
Abk. für High Fidelity, hohe (Klang-) Treue. In den 1950er Jahren in der HiFi-Norm DIN 45500 festgelegt, bietet diese Norm heute kaum noch einen Massstab, da sie sogar von den meisten Ghettoblastern erreicht wird.

High Pass
> Hochpassfilter.

Hilfsweg
> Auxiliary Send, Zusatzausgang beim Mixer

Hinterbandkontrolle
Bei analogen Tonband- und Kassettengeräten: Neben dem Lösch- und dem Aufnahmekopf ermöglicht ein separater Wiedergabekopf die direkte Bandkontrolle während der Aufnahme, allerdings mit einer kurzen Verzögerung. Bei digitalen Band-Aufzeichnungsgeräten ist dieses Feature wegen des hohen technischen Aufwands nur selten anzutreffen.

Hochpassfilter
Schaltung oder Baustein, der nur Audiosignale, die oberhalb der Cut-Off-Frequenz liegen durchlässt und alle darunter liegenden Signalanteile unterdrückt. Kam vor allem zur Eliminierung von Rumpelgeräuschen bei Plattenspielern zum Einsatz. Seltener in Synthesizern zu finden.

Hörbereich
Das menschliche Gehör hat die Fähigkeit, Frequenzen zwischen 20 Hz und 20 kHz wahrzunehmen. Dieser Idealhörbereich gilt jedoch nur für eine kleine Gruppe junger Menschen. Zunehmender täglicher Lärmpegel sowie das (freiwillige) Überstrapazieren des Gehörs (laute Musik an Konzerten, Raves, im Auto und in Kopfhörern) führen zu rapide abnehmender Hörfähigkeit. Zusätzlich nimmt die Wahrnehmung hoher Frequenzen mit zunehmendem Alter ab.

Hörereignis
a) Subjektive Reaktionen des menschlichen Körpers (vorwiegend des Gehörs und im Gehirn) auf Schallereignisse.
b) Das Interpretieren ein und desselben Klanges in unterschiedlichem Zusammenhang: Zischen kann bedeuten "still sein" (Auditorium), aber auch "Gefahr" (Schlange).

Hörschwelle
Frequenzabhängiger Schalldruckpegel, der eben noch vom Gehör wahrgenommen werden kann.

Hold
a) Relativ selten anzutreffender MIDI-Controller (Pedalanschluss), der (im Gegensatz zum Sustain-Pedal) das Halten gewisser Noten ermöglicht (z. B. Akkord drücken, Hold-Pedal betätigen = der Akkord bleibt), ohne nachfolgend gedrückte Tasten zu beeinflussen.
b) Element der erweiterten, selten anzutreffenden AHDSR-Hüllkurve, die den Schlusspegel der Attack-Phase für eine programmierbare Zeit hält.

Hold-Time
Bestimmt die programmierbare Zeit der oben unter b) erwähnten Hold-Phase.

Hüllkurve
Beim Synthesizer: Generiert die verschiedenen Phasen (Level, Time, Rate) und deren zeitlichen Ablauf eines Klangs (oder beliebigen Parameters). Die Hüllkurve steuert dabei Filter oder Frequenzen, Lautstärken und andere Parameter, was ein sich über einen gewissen Zeitablauf veränderndes Klangbild ergibt.
Durch Hüllkurven lassen sich Klangverhalten von bekannten Instrumenten nachbilden aber auch völlig neue zusammenstellen.
In analogen Synthesizern beschränkt sich die Hüllkurve meistens auf die vier Phasen ADSR, während Hüllkurven in digitalen Klangerzeugern wesentlich komplexer sein können.

Hüllkurvengenerator
> Envelope-Generator.

Hüllkurvengraphik
Graphische Darstellung einer Hüllkurve. In bestimmten Klangbearbeitungsprogrammen lässt sich die grafische Hüllkurve bildlich (mit der Maus) verändern. Die damit verbundene Veränderung des Klangs kann sofort gehörmässig überprüft werden.

Hum
> Brummen

Humanize
Beim Sequenzer. Gehört zur Gruppe der Quantisierungsmöglichkeiten. Humanize bringt (programmierbar) menschliche Ungenauigkeiten im Rhythmus zurück, die die Starrheit überquantisierter Sequenzermusik verwischen sollen. Während sich Humanize nicht unbedingt für den Snare-Beat eignet, wirken "vermenschlichte" Perkussionsinstrumente jedoch wesentlich authentischer.

Hz
> Hertz.