LA-Synthese
Von der Firma Roland entwickelte Syntheseart (LA = Linear Arithmetic Synthesis), die mit dem D-50 lanciert wurde. Erstmals dienten Samples als "Rohstoff" für eine volldigitale subtraktive Synthese. Zwar liessen sich die angestrebten Nachahmungen von Naturinstrumenten mit der LA-Synthese nicht erreichen, doch eröffnete die Verbindung kurzer Samples und digitaler Wellenformen mit der subtraktiven Synthese neue Klanghorizonte. Die Sounds der LA-Synthese (ausschliesslich in der D-Reihe von Roland) prägten viele Pop-Produktionen der späten 1980er und frühen 1990er Jahre.

Label
In der Musikindustrie die Unterabteilung eines Schallplatten/CD-Verlags (Epic ist z. B. eines der Labels von Sony Music).

Laser
In Speichermedien: Extrem gebündelter Lichtstrahl (LASER = Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation), der zum Schreiben und Lesen von optischen und optomagnetischen Speichermedien verwendet wird: CD-R, CD, MiniDisc, DVD usw.

Laserabtastung
Verfahren zum Auslesen der Daten von CDs, DVDs u.ä. Die reflektierenden Erhöhungen und Vertiefungen (Lands und Pits) auf der mit einer Metallschicht versehenen Kunststoffscheibe reflektieren die auftreffenden Laserstrahlen unterschiedlich stark. Die Photodiode, die den durch ein Prisma geleiteten Reflektionsstrahl empfängt, wandelt die Intensitätsunterschiede in Spannungsänderungen um.

Laufzeitstereophonie
Spezielles Aufnahmeverfahren (> Kunstkopfaufnahme), das durch die Jecklin-Scheibe (Erfinder Jürg Jecklin) populär gemacht wurde. Die Jecklin-Scheibe ist eine akustisch gedämpfte, runde Trennwand (ca. 80 cm Durchmesser). Auf beiden Seiten wird mit einem Abstand von je 10 cm ein hochwertiges Kondensatormikrofon montiert. Bei der Aufnahme von grossen Orchestern ermöglicht die so erzeugte Laufzeitstereophonie einen aussergewöhnlich guten Raumeindruck, der auch beim Abhören über Lautsprecher erhalten bleibt.

Laufzeitunterschied
Zeit, die der Schall für das Überwinden der Distanz zwischen Punkt A und Punkt B benötigt.
a) der L. von einer Schallquelle zu den Ohren (A und B) ist Voraussetzung für räumliches Hören.
b) Bei der Aufnahme ergibt sich eine Laufzeitdifferenz zwischen den Mikrofonen A und B (> Laufzeitstereophonie),
c) bei der Beschallung z. B. grosser Openair-Veranstaltungen müssen zwischen den verschiedenen Lautsprecherinseln Verzögerungseinheit eingebaut werden, um den Laufzeitunterschied auszugleichen.

Lautsprecher
Wandler, in den meisten Fällen nach dem elektromagnetischen Prinzip. Wandelt elektrische Schwingungen in Schall um.
Für die verschiedenen Anwendungen gibt es verschiedene Konstruktionsprinzipien: Elektrodynamische Lautsprecher werden für Bass- oder Breitbandwiedergabe eingesetzt, Konuslautsprecher sind typische Mittenfrequenzler (bis 3 kHz), Kalottenhochtöner, piezoelektrische und elektrostatische Lautsprecher kommen ab 1 kHz zum Einsatz. Druckkammerlautsprecher (Hörner), wie wir sie von Sirenen und Sportplatzanlagen her kennen, sorgen für hohen Schalldruck.
Im Studiobereich heissen die Lautsprecher Monitore. Den idealen Lautsprecher gibt es (noch) nicht.

Lautstärke
Von der Amplitude einer Schallschwingung abhängige Wahrnehmungsgrösse.

Lautstärkenhüllkurve
> Amplitudenhüllkurve.

Lautstärkepedal
> Schweller.

Lautstärkeverlauf
> Amplitudenhüllkurve.

Layer
engl. Schicht;

layering:
a) Bei Synthesizersounds: Übereinandergeschichtete Klänge, die einen Gesamtsound ergeben. Ein Layer Sound besteht aus zwei oder mehreren Schichten.
c) Bei der Bildbearbeitung (z. B. Photoshop): Einzel bearbeitbare Schichten, die zusammen betrachtet das Gesamtbild ergeben.

Lead-Synthesizer
Bezeichnung für einen monophonen Synthesizer oder einen entsprechenden Sound, wie er vorzugsweise für Melodien und Soli zum Einsatz kam.

Leistungsverstärker
> Endstufe.

Length
Die Dauer einer Note. In Sequenzer und Notationssoftware kann die "Length" jeder einzelnen Note als Zahl oder als Notenwert aufgelistet, bearbeitet und ausgegeben werden.

Length Quantize
Quantisierung, die nicht die Position, sondern ausschliesslich die Dauer der Noten beeinflusst. Da damit meist Überlappungen von Hintergrundakkorden bereinigt werden, kann sich die Längenquantisierung auch hinter einem anderen Ausdruck (z. B. Delete Overlapped) verbergen. Im Gegensatz zu Positions-Quantisierungen erhält Length Quantize normalerweise den natürlichen Charakter der Einspielung.

Leslie
Ursprünglich für die Hammondorgel von Donald Leslie entwickeltes Kabinett, das neben einem Verstärker eine Bass-Mitten Lautsprecher- kombination und einen rotierenden Hochtöner enthielt. Dessen Rotationsgeschwindigkeit konnte in zwei Stufen verändert werden.
Die Lautsprecherrotation bewirkte ein komplexes Vibrato, sowohl in den Frequenzen (siehe Dopplereffekt) als auch in der Phase, das einen wesentlichen Teil des legendären Hammond-Sound ausmachte.
Später wurde von Rock- und Popmusikern zusätzlich von der Möglichkeit der leichten Übersteuerung der Röhrenvorstufe des Verstärkers Gebrauch gemacht, die einen warmen Overdrive-Effekt bewirkte. Es hat sich weltweit der Begriff Leslie für den natürlichen sowie den elektronisch erzeugten Rotor-Sound eingebürgert.

Level
Aufnahmepegel.

Level Scaling
In FM-Synthesizern die Funktion zum Ausbalancieren der Ausgangslautstärke der einzelnen Operatoren über den gesamten Tonumfang. Zu diesem Zwecke steht eine wählbare Kurve zur Verfügung, die vom bestimmbaren Break Point aus wirkt. Beim Carrier wirkt sich das Level Scaling auf die Lautstärke, bei Modulatoren auf die Klangfarbe des jeweiligen Soundteils aus. > FM-Synthese.

Lever
Bei Synthesizern (im Besonderen von Roland): Der Steuerhebel (Lever) ersetzt die beiden Räder für Tonhöhe (Pitch) und Modulation, indem horizontal Pitchbending und vertikal die Modulation verändert wird.

LFO
Der Low Frequency Oscillator erzeugt extrem tiefe Frequenzen (ca. 0,1 bis 30 Hz), die für regelmässig wiederkehrende Modulationen von Wellenformen eingesetzt werden, wie z. B. Vibrato (Modulation der Tonhöhe), Tremolo (Modulation der Lautstärke) oder Wah-Wah (Modulation der Cut-Off-Frequenz).
Die digital erzeugten LFOs sind normalerweise in drei Bereichen programmierbar: Als Wellenformen (Waveforms) stehen Sinus, Dreieck, Rechteck, Sägezahn und Random = Zufallswelle zur Verfügung; daneben können die Geschwindigkeit (Speed, Rate) sowie die Einsatzverzögerung (Delay) justiert werden.

Librarian
Teil eines Klangeditierprogramms, in dem die Sounds verwaltet werden, die mit "Piano, Bläser, Softstrings, Background usw." benannt werden sodass man in der Klangbibliothek (engl. Library) schnell aus Hunderten von Sounds die passenden aussuchen kann.
Gute Librarians lassen die Gruppierung von Sounds aus sämtlichen zur Verfügung stehenden Synthesizern und Expandern zu und senden die ausgewählten Klänge zum jeweiligen Instrument.

Library
engl. für Bibliothek, doch werden damit auch strukturierte Sammlungen von Sounds, Samples, Daten und Software bezeichnet.

Lichttonverfahren
Bei Kinofilmen: Neben der Bildfolge wurden die Audiosignale auf dem Zelluloidstreifen auf einer oder beiden Seiten in einem schmalen Band aufgezeichnet. Durch eine Art Lochcode (lichtdurchlässige Stellen im Schwarzfilm), der bei der Wiedergabe auf eine Fotodiode projeziert wurde, entstand der synchrone Ton.
Dieser bot zwar nie eine gute Qualität, doch erleichterte er die Herstellung der Filmkopien, da er im gleichen Arbeitsgang mitkopiert werden konnte. Heute haben digitale Tonsysteme den Lichtton (fast) völlig ersetzt.

Lichtwellenleiter
Glasfaserkabel sind im Tonstudio als digitale Stereoverbindung im Einsatz (Optical). Das Signal wird in Form von Lichtstrahlen übertragen, und bietet dank der wesentlich höheren Frequenz bzw. Bandbreite kaum Übertragungsverluste.

Limiter
Engl.: Grenze; Spezialanwendung eines Kompressors. Ein Limiter begrenzt die maximale Lautstärke eines Audiosignals und verhindert damit Übersteuerungen und Verzerrungen.
L. kommen auch bei PA-Anlagen und Radiostationen zum Einsatz.

Line
Pegel und Anschlussbenennung. Mittlerweile gibt es nur noch zwei mehr oder weniger genormte Pegel im Audiobereich: Den Mikrofon-Pegel und den Line- oder Linien-Pegel.

Linear Arithmetic Synthesis
> LA-Synthese

Linear Prediction
a) Datenkompressions-Algorithmus: In der linearen Voraussage wird aus den Erfahrungswerten eine Vorberechnung des nächst folgenden Wertes gemacht. Wird das Linear Prediction Resultat nicht genau erreicht, wird nur die Differenz gespeichert, was Speicherplatz spart.
b) Klangsynthese-Algorithmus: Da enorm rechenaufwändig hat sich die Linear Prediciton als Klangsynthese (vor allem für die menschliche Stimme) nicht durchgesetzt.

Lineare Verzerrungen
> Verzerrungen.

Listing
Darstellung von Softwarecode oder der Parameterdaten eines Soundprogramms.

Load While Play
Beim Sampler /MIDI Workstation die Funktion, die das gleichzeitige Abspielen der einen sowie das Einlesen der nächsten Datei/Samples in den Arbeitsspeicher erlaubt.

Load-Error
Bei Computer/Synth/Sampler eine Fehlermeldung, die anzeigt, dass die gewünschte Datei nicht geladen werden konnte.

Locator
Beim Tonbandgerät/Sequenzer: Zeitpunkt im Aufnahmeablauf, der - einmal gesetzt- wieder genau angefahren werden kann.
> Autolocator.

Lock
engl.: schliessen; In der Synchronisation die Funktion und/oder Anzeige an Geräten, die synchron mit einem anderen zusammenarbeiten müssen.
"Lock" zeigt an, dass z. B. alle Adats eines grösseren Systems synchron, also Sample genau miteinander laufen, oder dass das Tonbandgerät sich mit dem MIDI-Sequenzer "getroffen" hat und die Synchronisation hergestellt wurde.

Löschdrossel
Siehe Entmagnetisierungsdrossel.

Löschkopf
Magnetkopf vor dem Aufnahme- oder Kombikopf , der mit seinem hochfrequenten Magnetfeld die Metallpartikel auf dem vorbeilaufenden Tonband wieder entmagnetisiert und dadurch die Informationen löscht. Die Löschfunktion wird durch das Auslösen der Aufnahmetaste automatisch aktiviert.

Longitudinal Time Code
> LTC

Loop
engl.: Schleife
a) Im Sampler: Die endlose Wiederholung eines mit Loop-Start und Loop-End bestimmten Sample-Abschnittes, das die Illusion eines unbegrenzt langen Samples gibt, was sonst nur mit enormem Speicherplatzverbrauch zu realisieren wäre. Loops benötigt man für gehaltene Klänge wie Streicher oder Chöre.
b) In Multitrackern und Sequenzern: Endlos wiederholbarer, durch das setzen zweier Locators (Autolocator) festgelegter Abschnitt eines Musikstückes zum Üben oder automatischen Hinzufügen mehrerer neuer Spuren (bei jedem Durchlauf wird eine neue Spur auf Aufnahme geschaltet).

Loop-Crossfade
> Crossfade-Loop.

Loop Find
> Autoloop.

Loop-Länge
Die Länge eines Loops wird bestimmt durch den Loop-Start und das Loop-Ende.

Loop Modi
Backward Loop (der Abschnitt wird rückwärts ausgelesen),
Alternate Loop (das Auslesen des Loops erfolgt abwechlungsweise (alternierend) vorwärts und rückwärts),
Loop until release (der Loop wird aus ausgelesen, solange die Taste gedrückt wird).

Loop Points
Die Loop-Punkte sind im Sampler Start- und Endpunkt einer Loop, beim Sequenzer oder Multitracker der Einstiegs- und der Ausstiegspunkt (Autolocator) der aktuellen Arbeitspassage (Rehearsal).

Loop-Punkte
> Loop Points

Loop Tuning
Ein Loop muss dann gestimmt werden, wenn er nicht der Grundstimmung des Samples entspricht. Loop Tuning, also die Feinabstimmung der Loop-Frequenz, erfolgt in Cent-Schritten.

Loop Until Release
Der Klangabschnitt wird so lange abgespielt, wie eine Taste gedrückt wird. Nach deren Loslassen (Note Off) kann der Sampler den Rest des Klanges (normalerweise die Ausklingphase) auslesen.

Loopen
einen Loop programmieren.

Loslassdynamik
> Release-Velocity

Loudness
Lautstärke > physiologische Lautstärkeregelung

Loudness Contour
> VCA-Hüllkurve.

Low Frequency Oscillator
> LFO.

Low Cut
Filter, der die tiefen Frequenzen abschneidet. Hochpassfilter.

Lowband
> U-matic.

Lower
Bei der Orgel: Das untere Manual. Bei einer einfachen Klaviatur der unterhalb des Splitpunktes liegende Bereich.

Lowpass-Filter
Filter, der nur tiefe Frequenzen durchlässt. Tiefpassfilter.

LPC
> Linear Predictive Coding

LSB
Im Gegensatz zum MSB (= Most Significant Byte = linkes Byte in einem Datenwort) ist das Least Significant Byte das rechte Byte.
Bei MIDI-Controllern wird das LSB dann eingesetzt, wenn die 7-bit-Auflösung des MSB nicht genügt, also 14-bit-Informationen Klarheit schaffen müssen.

LTC
Der Longitudinal Time Code wird in Längsrichtung, als wie eine normale Audiospur auf ein Audio- oder Videoband aufgezeichnet und gilt als weitverbreitete Synchronisationsmethode. Alternative: im Videoformat VITC.
Tip: Bei Mehrkanalgeräten
a) unbedingt darauf achten, dass die LTC-Spur nicht versehentlich in den Audiomixer geschleift werden kann.
b) wegen möglichem Übersprechen keine "heiklen" Instrumente auf der Nachbarspur aufnehmen.

Lyricon
Eines der ersten elektronischen Blasinstrumente. Das Lyricon besteht aus einem klarinettenähnlichen Blas-Controller, der einen analogen Synthesizer ansteuert. Sowohl Klangerzeugung als auch Controller waren (verglichen mit heutigen Möglikeiten) enorm limitiert, doch wurde das Lyricon in der Vor-MIDI-Zeit von diversen Grössen in Jazz und Pop (z. B. Tom Scott) eingesetzt.