Überblick



Am besten verschafft man sich einen ersten Überblick, indem man vom „fertigen“ (d.h., für den Hörer hergerichteten) Klangobjekt ausgeht:



Das Klangobjekt (score) besteht aus mehreren Spuren (tracks). Die Spuren sind geeignete Klangquellen (sources). Sowohl die Spur als auch das Klangobjekt können durch Effekte aufbereitet werden.
Die Klangquelle kann ein Sample (normale Tonaufnahme) oder ein synthetischer Klang sein.
Der synthetisch erzeugte Klang kann durch vielerlei Syntheseverfahren generiert worden sein:
Die Additive Synthese kommt mit nur wenigen veränderlichen Eingangsgrößen aus, die Klangerzeuger (Oszillatoren) können nur in der Frequenz, der Lautstärke und in ihrer Phase geregelt werden.
Im Zusammenhang mit Klangsynthese gibt es noch mehr Arten der Fertigung von Klängen. Zum Teil sind die Bezeichnungen von den Herstellern geprägt und oft nicht zutreffend

Heute kennt man unter anderem die Additive Synthese, Subtraktive Synthese, Granularsynthese, Amplitudenmodulation, Frequenzmodulation, Ringmodulation, Wavetable- Synthese und Physical Modeling. Selbstverständlich gibt es auch Mischformen, z. B. kann ein obertonreicher Klang (Additive Synthese) durch eine einzelne Sinuswelle verändert werden (Frequenzmodulation). Prinzipiell kann alles mit allem in Interaktion treten, die Digitalisierung und eine enorm gesteigerte Rechenleistung machen es möglich.

Der Vollständigkeit halber hier noch ein anderer Zugang zur verwirrenden Vielfalt von Syntheseverfahren. Die Subtraktive Klangsynthese kann „Bildhauer–Methode“ genannt werden:
Man nimmt einen vorgefertigten (meist aufgenommenen, „gesampelten“) Klang und bearbeitet diesen durch Filter oder andere geeignete Verfahren. Man verändert etwas Vorhandenes, so wie der Stein zur Skulptur wird.
Die Additive Klangsynthese kann als „Maler–Methode“ bezeichnet werden:
Man nimmt das kleinste Element des Klanges, die regelmässige Schwingung ohne Obertöne (Sinuskurve), kombiniert es mit gleichartigen anderen Elementen durch mathematische und/oder physikalische Verfahren und gelangt so zu einem komplexen Klang. Man baut vom einfachen Element zum Komplexen auf, so wie Maler aus Farben Bilder „komponieren“.